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Fortbewegung

Chancen für den Elektroantrieb

Die Untersuchung und Entwicklung alternativer Antriebsquellen gehört bei allen Automobilherstellern zu den Pflichtaufgaben. smart geht dieses Arbeitsfeld etwas anders an: Neben Erdgas- und Hybridantrieb beschäftigt man sich auch mit dem Elektroantrieb eingehend und präsentiert in Leipzig den smart fortwo ev (electric vehicle).

Mit einem leistungsfähigen Elektromotor und einer starken Zebra-Batterie erreicht der smart fortwo mit einer Batterieladung Reichweiten von immerhin 110 Kilometern – für die meisten Einsätze im innerstädtischen Bereich mehr als genug. Die Batterie des smart ev kann in vier Stunden von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden, in nicht mehr als acht Stunden von Null auf 100 Prozent. Die Batterie hält mindestens 1000 Ladezyklen bzw. zehn Jahre.

Die zusätzlichen Kosten für diese Antriebsart werfen noch Fragen auf. Allein die Zebra-Batterie ist etwa halb so teuer wie das ganze Auto mit Standardantrieb. Allerdings: Im Vergleich zum konventionellen Benzinantrieb fällt lediglich ein Drittel der Betriebskosten an. Für Spezialfälle könnte sich ein smart ev heute schon rechnen – beispielsweise für Innenstädte wie London, die besonders umweltfreundliche, also auch elektrische Fahrzeuge von der sonst üblichen Maut befreien. Diese beträgt in London acht englische Pfund pro Tag.

Für diejenigen, die sich näher für die Technik interessieren: Stromspeicher in den Prototypen ist besagte Zebra- oder auch Natrium-Nickel-Chlorid-Batterie. Sie passt unter den Boden, wiegt 60 Kilogramm und speichert 12 Kilowattstunden (kWh).

Auf der Straße fährt der smart fortwo ev wie sein Pendant mit Verbrennungsmotor – nur kaum hörbar. Mit seinen 30 kW / 41 PS legt er munter los, die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 60 entspricht dem Benzin-Modell, außer „vorwärts“ und „rückwärts“ gibt es nichts zu schalten. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 120 km/h begrenzt. Beim Gaswegnehmen und bei sanftem Bremsen wird der Antriebsmotor als Generator betrieben und gewinnt so Strom zurück.

Weitere Antriebskonzepte

Zwei Prototypen des smart ev konnten bei dem jüngst veranstalteten smart Technologie-Forum überzeugen, bei dem alle Möglichkeiten alternativer Antriebsquellen im praktischen Fahrbetrieb demonstriert wurden. smart unterstrich damit seine Rolle als Vorreiter auf dem Gebiet individueller Mobilität mit besonderem Blick auf die Umwelt. Zu diesen weiteren Möglichkeiten gehören neben dem Erdgasantrieb die Hybridantriebe mild hybrid und full hybrid.

Beim smart fortwo mild hybrid übernimmt ein riemengetriebener Starter-Generator die Funktion von Anlasser und Lichtmaschine. Er bietet die Möglichkeit, den Motor, für die Insassen unmerklich, in Sekundenbruchteilen zu starten, und somit die ideale Voraussetzung, um eine Start-/Stopp-Automatik zu realisieren. Diese gestattet, den Motor automatisch abzuschalten, wann immer er sonst unnötigerweise im Leerlauf arbeiten würde, beispielsweise beim Warten vor der roten Ampel. Sobald der Fahrer das Bremspedal loslässt, springt der Motor wieder an. Ein mild hybrid lässt sich sowohl mit Benzin- als auch mit Dieselmotoren kombinieren. Prototypen des smart fortwo mild hybrid erreichen im Stadtverkehr Einsparungen bis 15 Prozent gegenüber dem herkömmlichen Benzinantrieb.

Noch mehr Möglichkeiten verspricht der smart fortwo cdi hybrid. Anstelle des Schwungrades wird der Verbrennungsmotor mit einer Elektromaschine ausgerüstet. Sie wirkt als Anlasser und Lichtmaschine. Sie kann darüber hinaus aber den Motor z. B. beim Beschleunigen unterstützen und beim Gaswegnehmen „rekouperieren“, also Strom zurückgewinnen.

smart hat im Prototyp des fortwo cdi hybrid erstmals einen Diesel- mit einem
Elektromotor kombiniert. 30 Diesel- plus 20 Elektro-Kilowatt ergeben eine noch bessere Beschleunigung – besonders im oberen Geschwindigkeitsbereich. Die Kombination führt zusätzlich zu höherem Schaltkomfort, weil der Elektromotor die Schaltpausen überbrückt. Das Wichtigste indes ist der niedrigere Verbrauch. Er verringert sich beim fortwo cdi hybrid um etwa 15 Prozent auf nur noch rund 2,9 Liter pro 100 Kilometer nach Norm.

Quelle: DaimlerChrysler (smart)

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